Im Rahmen der Maturafeier wurden unseren Maturant*innen zur bestandenen Reifeprüfung gratuliert und die Maturazeugnisse überreicht. Die ehemaligen Schüler*innen und deren Eltern können stolz auf die gezeigten Leistungen sein und sich auf den neuen Lebensabschnitt freuen.
Den außergewöhnlich hohen Temperaturen wurde getrotzt, indem die Überreichung der Zeugnisse im Festsaal stattfand – für die Abschlussfotos hat man sich kurz in den Hof gewagt.
Bereits zum dritten Mal fanden in der letzten Schulwoche die Atelier-Tage für unsere Kunst+Design-Klassen statt. Das inzwischen bewährte Format nutzt die besondere Zeit zwischen Notenschluss und Schulende an drei Vormittagen um künstlerisches und gestalterisches Arbeiten abseits des regulären Stundenplans in den Mittelpunkt zu stellen.
Vom 29. Juni bis 1. Juli konnten unsere Schüler*innen frei aus einem vielfältigen Workshop-Programm wählen, das von Lehrkräften unserer Schule entwickelt und begleitet wurde. In einem offeneren Rahmen war Zeit für künstlerische, gestalterische und handwerkliche Themen, Materialien und Techniken, die während des Schuljahres im Unterricht oft nur am Rand behandelt werden können. Die freie Wahl ermöglichte es den Schüler*innen, eigene Interessen zu verfolgen, neue Arbeitsweisen kennenzulernen und persönliche Ideen umzusetzen.
Die Workshops fanden in jahrgangsgemischten Gruppen statt. Dadurch kamen Schüler*innen unterschiedlicher Klassen miteinander ins Gespräch, arbeiteten gemeinsam und lernten voneinander. Die Atelier-Tage verbinden kreatives Arbeiten, Eigeninitiative und Austausch und haben sich zu einem besonderen Abschluss des Schuljahres im Kunst+Design-Schwerpunkt unserer Schule entwickelt.
Ausgangspunkt unseres Workshops war die Frage: Wie wird Wahrnehmung sichtbar?
Zu Beginn machten wir einen ersten Körperabdruck. Nur wenige Berührungspunkte übertrugen sich auf das Papier und wurden in einer Farbe festgehalten. Anschließend folgte eine ATM-Lektion (Awareness Through Movement®) aus der Feldenkrais-Methode. Durch langsame, aufmerksame Bewegung veränderte sich die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
Danach entstand ein zweiter Abdruck. Plötzlich waren mehr Kontaktflächen spürbar und sichtbar geworden. Diese neuen Bereiche wurden in einer zweiten Farbe gestaltet. So entstand auf dem Papier eine Art Landkarte der eigenen Körperwahrnehmung – ein Bild der Veränderungen, die durch Aufmerksamkeit und Bewegung möglich wurden.
Im nächsten Schritt gingen wir nach draußen und sammelten Pflanzen. Trotz der großen Hitze versuchten wir, sie bis zum nächsten Tag zu trocknen und für die weitere Gestaltung zu bewahren. Die Pflanzen wurden zu Erinnerungen an den Ort und den Moment und fanden später ihren Platz in den Bildern.
Am folgenden Tag klebten wir alte Plakate zusammen und verwendeten deren weiße Rückseiten als großformatigen Bildträger. Darauf wurden die bemalten Japanpapierblätter aufgebracht. Die verschiedenen Schichten verbanden sich zu einer Collage aus Körperspuren, Farbe und Naturmaterialien.
Ein gemeinsamer Besuch im Foto Arsenal führte uns in eine Art Brut-Fotoausstellung mit Arbeiten von Künstler*innen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen. Ihre Werke zeigten eindrucksvoll, dass künstlerischer Ausdruck nicht an akademische Regeln gebunden ist, sondern aus persönlicher Erfahrung, Wahrnehmung und einer ganz eigenen Sicht auf die Welt entstehen kann. Diese Begegnung ermutigte uns, den eigenen Spuren zu vertrauen und unsere Arbeiten frei weiterzuentwickeln.
Zum Abschluss wurden die eigenen Werke weiterbearbeitet: Sie wurden genäht, ergänzt, mit den gesammelten Pflanzen bestückt und individuell ausgearbeitet. Jede Arbeit erzählt ihre eigene Geschichte – von Bewegung, Wahrnehmung, Berührung und der Verbindung zwischen Körper, Natur und künstlerischem Ausdruck.
So entstand nicht einfach ein Bild, sondern ein sichtbarer Prozess: ein Werk, das zeigt, wie sich unsere Wahrnehmung verändern kann und wie diese Veränderung zu einer künstlerischen Form wird.
Im Workshop „Zwischen Hof und Insel – Wiens Freiräume skizzieren und gestalten“ beschäftigten sich die Schüler*innen mit unterschiedlichen Stadträumen und deren Atmosphäre. Geplant waren Skizzen in verborgenen Innenhöfen im 1. Bezirk sowie ein Besuch der Ausstellung „Die Donauinsel – 21 Kilometer Freiraum“ im Wien Museum; aufgrund der großen Hitze wurde das Zeichnen ins Museum verlegt und durch Eindrücke aus dem Wien Museum und der KAWS-Ausstellung in der Albertina modern ergänzt.
Nach einführender Betrachtung der vielfältigen Facetten und Anwendungen schwarzer Pigmentverbindungen in Werken unterschiedlicher Kunstepochen vertieften sich die Schüler*innen über drei Vormittage in freien grafischen Übungen und Entwürfen der Hell-Dunkel-Malerei: in Kohleskizzen schwarzer Katzen, gegenseitigen Tuscheportraits, lavierten Naturdarstellungen und abstrakteren Arbeiten in Nass-in-Nass-Technik nutzten die Teilnehmer*innen des Workshops das lichtabsorbierende Potential der Farbe Schwarz für kontrastreiche monochrome Arbeiten.
Im Rahmen des Cyanotypie Workshops machten sich die Schülerinnen theoretisch und praktisch mit dem Verfahren des Blaudrucks vertraut und nutzten das starke UV Licht der Sonne aus. Sie mischten Chemie, erstellten (digital sowie analog) Vorlagen für die Drucke und erprobten verschiedene Kompositionen als auch Techniken.
Bänder wie im Mittelalter: Die Kunst des Brettchenwebens
Im Rahmen eines zweitägigen Workshops konnten Schüler*innen die jahrhundertealte Technik des Brettchenwebens kennenlernen. Diese Handwerkskunst wurde im europäischen Mittelalter genutzt, um stabile und dekorative Bänder herzustellen, die beispielsweise als Gürtel, Bänder oder Borten dienten. Die Teilnehmenden erlernten zunächst die Grundlagen des Brettchenwebens und fertigten schmale Übungsbänder an, die sich ideal als Schlüsselanhänger oder Armbänder eignen. Anschließend konnten sie ihr Können an einem größeren Projekt erproben und breitere, gemusterte Bänder weben – perfekt als Gürtel, Tragegurt oder Schmuckband. Die Begeisterung und Kreativität der Teilnehmenden führten zu vielen individuellen Unikaten und machten den Workshop zu einem vollen Erfolg.
Beschäftigung mit dem Thema Gesicht hier einmal anders: Schon die Erzeugung einer Maske mit Gipsbinden war sichtlich für die meisten eine spannende Erfahrung. Nicht weniger dann das Ausgießen der Negativform mit Gips und die Begegnung mit dem eigenen Gesicht „in Stein“. Schließlich die kreative Weiterentwicklung der Maske zu einem „Gesichtskunstwerk“ mit neuem Charakter.
Der Workshop „analog–digital–iPad“ fand im Rahmen der Ateliertage an drei Tagen mit jeweils unterschiedlichen Schüler*innengruppen statt. Im Mittelpunkt stand die Verbindung von manuellem Zeichnen mit einem digitalen Medium. Mit iPad und Pencil wurde beobachtet, skizziert und gestaltet – direkt vor Ort oder auch ausgehend von Fotos. Entscheidend waren dabei weniger digitale Effekte als genaues Hinschauen, eigene gestalterische Entscheidungen und Experimentierfreude.
Eigentlich war Zeichnen draußen geplant. Bei Außentemperaturen bis zu 40 Grad wurde aus dem Urban Sketching allerdings kurzerhand eine Suche nach den kühlsten Orten der Stadt. Gezeichnet wurde in der Kirche Maria am Gestade, im klimatisierten Einkaufszentrum The Mall, in der Albertina Modern, im MAK mit Fernkälte der Wien Energie und in den klimatisierten U-Bahn-Zügen der Wiener Linien.
Die unterschiedlichen Orte boten vielfältigste Motiv. Die Schüler*innen zeichneten direkt am iPad oder nutzten Fotos als Ausgangspunkt, um daraus eigene digitale Arbeiten zu entwickeln. Dabei entstanden schnelle Beobachtungsskizzen, Architekturstudien, überzeichnete Fotoausschnitte, freie Illustrationen und experimentelle Bildideen. Das iPad erwies sich als flexibles Werkzeug, ersetzte aber nicht das Wesentliche: hinschauen, auswählen, vereinfachen und eigene gestalterische Entscheidungen treffen. Im besten Fall wurde es zu einem digitalen Skizzenbuch, in dem die Hand weiterhin die wichtigste Rolle spielt.
So wurde die Hitze nicht nur zur Herausforderung, sondern auch zum Ausgangspunkt einer besonderen zeichnerischen Stadterkundung. Am Ende standen individuelle digitale Arbeiten – und die Erfahrung, dass Zeichnen fast überall stattfinden kann: in Kirchen, Museen, Einkaufszentren, U-Bahnen und manchmal gerade dort, wo man es nicht erwartet.
Street-Art-Workshop „WALLS HAVE EYES – hidden messages“
Mit viel Kreativität und Begeisterung haben unsere Schüler*innen beim Street-Art-Workshop „WALLS HAVE EYES – hidden messages“ die Schule in eine Leinwand verwandelt. Inspiriert vom berühmten Künstler Banksy tauchten die Teilnehmenden in die Welt der Street Art ein und lernten, wie man mit einfachen Mitteln öffentliche Räume künstlerisch gestaltet. Besonders spannend war es, die Architektur unserer Schule – Treppenhäuser, Flure oder Fensternischen – in die eigenen Kunstwerke einzubeziehen. In kleinen Gruppen oder alleine entwickelten die Schüler*innen originelle Bildideen und setzten diese mit der Paste-Up-Technik um. Die fertigen Werke wurden anschließend an ausgewählten Stellen im Schulgebäude temporär angebracht und sorgten für viele staunende Blicke.Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für ihre Kreativität und ihren Mut, neue Wege zu gehen. Der Workshop hat gezeigt: Kunst kann überall entstehen – man muss nur genau hinschauen!
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