Ankommen – Wahrnehmung hinterlässt Spuren
Ausgangspunkt unseres Workshops war die Frage: Wie wird Wahrnehmung sichtbar?
Zu Beginn machten wir einen ersten Körperabdruck. Nur wenige Berührungspunkte übertrugen sich auf das Papier und wurden in einer Farbe festgehalten. Anschließend folgte eine ATM-Lektion (Awareness Through Movement®) aus der Feldenkrais-Methode. Durch langsame, aufmerksame Bewegung veränderte sich die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
Danach entstand ein zweiter Abdruck. Plötzlich waren mehr Kontaktflächen spürbar und sichtbar geworden. Diese neuen Bereiche wurden in einer zweiten Farbe gestaltet. So entstand auf dem Papier eine Art Landkarte der eigenen Körperwahrnehmung – ein Bild der Veränderungen, die durch Aufmerksamkeit und Bewegung möglich wurden.
Im nächsten Schritt gingen wir nach draußen und sammelten Pflanzen. Trotz der großen Hitze versuchten wir, sie bis zum nächsten Tag zu trocknen und für die weitere Gestaltung zu bewahren. Die Pflanzen wurden zu Erinnerungen an den Ort und den Moment und fanden später ihren Platz in den Bildern.
Am folgenden Tag klebten wir alte Plakate zusammen und verwendeten deren weiße Rückseiten als großformatigen Bildträger. Darauf wurden die bemalten Japanpapierblätter aufgebracht. Die verschiedenen Schichten verbanden sich zu einer Collage aus Körperspuren, Farbe und Naturmaterialien.
Ein gemeinsamer Besuch im Foto Arsenal führte uns in eine Art Brut-Fotoausstellung mit Arbeiten von Künstler*innen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen. Ihre Werke zeigten eindrucksvoll, dass künstlerischer Ausdruck nicht an akademische Regeln gebunden ist, sondern aus persönlicher Erfahrung, Wahrnehmung und einer ganz eigenen Sicht auf die Welt entstehen kann. Diese Begegnung ermutigte uns, den eigenen Spuren zu vertrauen und unsere Arbeiten frei weiterzuentwickeln.
Zum Abschluss wurden die eigenen Werke weiterbearbeitet: Sie wurden genäht, ergänzt, mit den gesammelten Pflanzen bestückt und individuell ausgearbeitet. Jede Arbeit erzählt ihre eigene Geschichte – von Bewegung, Wahrnehmung, Berührung und der Verbindung zwischen Körper, Natur und künstlerischem Ausdruck.
So entstand nicht einfach ein Bild, sondern ein sichtbarer Prozess: ein Werk, das zeigt, wie sich unsere Wahrnehmung verändern kann und wie diese Veränderung zu einer künstlerischen Form wird.























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